Die Ausführungen gelten vorwiegend für die im Freizeitgarten verbreiteten klassischen Rundkronen.

  • Licht, Luft und Sonne sollen in die Krone gelangen.
  • Ausreichend Licht bedeutet: bessere Nährstoffversorgung über die Blätter und bessere Ausfärbung der Früchte mit ausreichender Größe. Schattenfrüchte sind wertlos.
  • Luftdurchlässige Kronen sind weniger empfindlich für Schadfaktoren, denn feuchte und stehende Luft in dichten Baumkronen und bei zu geringen Pflanz-abständen begünstigen Krankheiten und Schädlinge innerhalb der Krone.
  • Ein starkes Astgerüst kann auch ohne Astbruch und ohne Abstützung hohe Erntemengen tragen. Gleichzeitig wird das Höhenwachstum begrenzt. Die Krone soll weniger hoch, als vielmehr breit (Lichttrichter) gehalten werden, um Pflege und Erntearbeiten leichter durchführen zu können. „Überbaute Kronen“ (oben breiter als unten) sind die Folge unterlassener Höhenbegrenzung.
  • Zonen der Fruchtbarkeit. Durch den Schnitt soll das Gewicht des Fruchtbehanges möglichst im tragfähigen Kronengerüst bleiben. Ein entfernter Schwerpunkt im äußeren Kronenbereich bedeutet nachlassende Standfestigkeit der Bäume und führt häufig auch zu Astbruch.

Wann sollte man die Bäume schneiden?

Der traditionelle Winterschnitt hat hauptsächlich arbeitstechnische Gründe im Erwerbsanbau. Im Freizeitgarten sollte man dagegen einen fachgerechten Schnitt dem Lebensrhythmus der Pflanzen anpassen. Der Merksatz: ,,Nach der Ernte schneiden“ gilt im Besonderen für Steinobst und Strauchbeeren, außerdem für Kernobst bei Bäumen mit schwachem Wachstum.

Er soll darauf hinweisen, dass man auslichten soll, solange die Wurzeln bis zum Eintritt des Winters noch weiterwachsen und möglichst viele Reservestoffe für das kommende Jahr in die Triebe leiten können.
Es gilt: ,,Schwaches Wachstum – früher Schnitt, starkes Wachstum – später Schnitt“. Durch späten Schnitt (bis zur Blütezeit) ist also eine gewisse Wuchsbremse bei starkwachsenden Bäumen zu erwarten. Sehr häufig sind Schnittarbeiten von November bis Februar ungünstig. Pfirsich und Aprikose schneidet man immer kurz vor oder nach der Blüte.

Der Sommerschnitt beim Kernobst im Juli dient der besseren Kronenbelichtung und der optimalen Fruchtausfärbung. Gleichzeitig ist der übermäßige Fruchtbehang zu regulieren. Soweit vorhanden, werden Mehltautriebe herausgeschnitten.
Beim Sommerschnitt ist zu bedenken, dass jede Frucht 20 – 25 Blätter für die optimale Reife benötigt. Versuche belegen, dass ein Sommerschnitt auch das Wurzelwachstum mindert, also auch als Wuchsbrems anzusehen ist. Unerwünschte, zu dicht stehende ,,Wasserschosse“ an Stamm und stärkeren Ästen reißt man einfach mit der Triebbasis ab (Sommerriss).
Bei Spalier- und Topfobstbäumen wird jeder spannenlange (ca. 25 cm) Neutrieb auf 2 Blätter über der Blattrosette an der Basis eingekürzt. In der Regel ist dieses ,,Pinzieren“ mehrmals im Jahr notwendig, weil die obersten Augen erneut austreiben. Doch nur so lassen sich die Spalierformen mit den erwünschten Kurztrieben bekleiden.

Die vorliegenden Kurzhinweise sind sehr lückenhaft und dürfen kein Ersatz für das Studium der einschlägigen Literatur sein. Entsprechende Lehrgänge bei den örtlichen Gartenbauvereinen können die Kenntnisse und Fertigkeiten weiter vertiefen, teilt der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Nördlingen, Vorsitzender MdL Helmut Guckert, mit.

Close-up of a professional gardener pruning a tree